Sängerfeste und Liedertradition

Es tönen die Lieder!

 

Die Tradition der Liederfeste im Baltikum ist ein Ergebnis gegenseitiger kultureller Einflüsse, die unter anderem auf die Chorbewegungen und das Aufkommen von Laienmusik im Europa des 19. Jahrhunderts zurückgeht. In den regionalen deutsch-lettischen Liederensembles der Kulturvereine wird diese Tradition weitergeführt.

 

Die Chöre bestehen zum überwiegenden Teil aus Sängerinnen der älteren Generation, bei denen das Gemeinschaftsgefühl beim Singen im Vordergrund steht. Oft sind die Lieder Träger von Erinnerungen.

Zum Repertoire gehören deutsche Volksmusik und Schlager, zum Teil mit zweisprachigen Texten, begleitet von Akkordeon und Klavier.

 

Zweimal waren lettische Städte Veranstaltungsorte für das jährliche Liederfest der deutschen

Vereine des Baltikums: 2010 in Windau/Ventspils und 2013 in Libau/Liepāja. Deutsch-baltische Gruppen sind auch beim Allgemeinen Lettischen Liederfest vertreten.

 

Gewöhnlich nehmen mehr als 30.000 Besucher an dieser Veranstaltung teil. Seit 2008 zählen die baltischen Liederfeste zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

VDL-Vorstandsmitglieder bei einem Auftritt beim Minderheitenforum in Windau/Ventspils
© JJuris Presņikovs

VDL-Vorstandsmitglieder bei einem Auftritt beim Minderheitenforum in Windau/Ventspils
© JJuris Presņikovs

Deutsche Architekten in Lettland

Ein Buchprojekt

 

Der Verband der Deutschen in Lettland veröffentlichte 2013 das Buch „Deutsche Architekten in Lettland“. Der zweisprachige Band zeigt zahlreiche historische Bauten, die von deutsch-baltischer Geschichte zeugen: vom im 14. Jahrhundert erbauten Gildenhaus der Compagnie der Schwarzhäupter über die Christi-Geburt-Kathedrale, die zwischen 1876 und 1884 von dem Deutschen Robert August Pflug errichtet worden ist, bis zu den zwischen 1900 und 1903 erbauten Mietshäusern des Architektenteams Scheel & Scheffel.

 

Der Architekt Wilhelm Bockslaff baute Anfang des 20. Jahrhunderts im Jugendstil gestaltete Wohnhäuser, Fabriken und öffentliche Gebäude. Zeitgenössische Architekten mit baltischen Wurzeln wie Meinhard von Gerkan prägen heute mit innovativem Wohnungsbau und Bürogebäuden das Rigaer Stadtbild.

 

Im Vorfeld des Buchprojektes wurde 2010 ein Jugendfotowettbewerb mit dem Arbeitstitel

Deutsche Architekten in Riga ins Leben gerufen. Eine Einführung in die Praxis der Architekturfotografie erhielten die Teilnehmer durch die Architekturwissenschaftler und Fotografen Jānis Krastiņš und Indriķis Stūrmanis. In einer anschließenden Ausstellung im Rigaer Stadtrat wurden die Werke vorgestellt.

Villa Guna am Bulduru prospekts 145 in Jūrmala, erbaut 2007 von den Architekten Manfred von Gerkan, Guna Eglīte und der Vincents-Gruppe
© SIA „VINCENTS“ arhīvs

Villa Guna am Bulduru prospekts 145 in Jūrmala, erbaut 2007 von den Architekten Manfred von Gerkan, Guna Eglīte und der Vincents-Gruppe
© SIA „VINCENTS“ arhīvs

Das deutsch-lettische Begnungszentrum Domus Rigensis

Kultur auf hohem Niveau

 

Der deutschbaltisch-lettische Kulturverein Domus Rigensis wurde 1992 in Partnerschaft mit der

Carl-Schirren-Gesellschaft gegründet. Der Verein hat etwa 200 Mitglieder aus Deutschland und Lettland. Seinen Vereinssitz hat Domus Rigensis im Haus Mentzendorff in der Altstadt von Riga/Rīga.

 

Bei den jährlichen Kulturtagen treffen Mitglieder und Interessierte aufeinander. Zum Programm gehören Vorträge zu historischen und aktuellen Themen sowie Ausflüge zu Orten gemeinsamer Vergangenheit.

2009 besuchte der Verein das Schloss Ruhenthal/Rundāle in der Region Semgallen/Zemgale, das über Generationen hinweg im Besitz der aus dem Westfälischen stammenden deutschen Adelsfamilie Biron von Curland war.

 

Weitere Projekte des Domus Rigensis sind die Errichtung von Gedenktafeln für herausragende deutsch-baltische Persönlichkeiten aus Riga/Rīga und ein gemeinsam mit der Kulturakademie ins Leben gerufenes Zeitzeugen-Projekt. Bei letzterem werden Mitglieder von Domus Rigensis zu in ihren Familien überlieferten Erinnerungen an das Leben in Lettland bis zur Auswanderung 1939 befragt.

Ausflug des Vereins nach Schloss Ruhenthal/Schloss Rundāle. Im Vordergrund Imants Lancmanis, Direktor des Schlosses und Mitglied bei Domus Rigensis
© Domus Rigensis, 2009

Ausflug des Vereins nach Schloss Ruhenthal/Schloss Rundāle. Im Vordergrund Imants Lancmanis, Direktor des Schlosses und Mitglied bei Domus Rigensis
© Domus Rigensis, 2009